2. JuCo-Studie der Universitäten Hildesheim und Frankfurt: Einsamkeit, Ängste und Frust nehmen zu

07.01.2021

Im November 2020 wurden bundesweite junge Menschen zum 2. Mal zu ihren Erfahrungen während der Corona-Zeit online befragt. Die Studie fasst die Kernaussage im Titel zusammen: Die Corona-Pandemie hat Kindern und Jugendlichen wertvolle Zeit genommen.

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universitäten Hildesheim und Frankfurt präsentiert erste Ergebnisse der Erhebung. Mehr als 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren nahmen teil. Dokumentiert wird, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona-Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.

Die Studie bilanziert: Obwohl junge Menschen sich in ihrem Freizeitverhalten stark einschränkten, Kontakte reduzierten und sich verantwortungsvoll verhielten, fanden spezifische Bedarfe von jungen Menschen bei politischen Entscheidungen 2020 kaum Berücksichtigung. Besonders hart trifft die Pandemie jene, die sich 2020 in Übergängen befinden und wichtige Entscheidungen für ihr Leben treffen müssen – etwa am Ende der Schulzeit. Ängste und Sorgen betreffen auch das Zusammenleben und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. „In Zeiten, in denen Menschen mehr denn je füreinander da sein sollten, wird die Gesellschaft noch weiter gespalten“, wird aus den Antworten zitiert.

Bereits in der 1. JuCo-Studie hatten die jungen Menschen reklamiert, nicht ausreichend gehört und an Entscheidungen über Maßnahmen beteiligt zu werden. Dieser Eindruck hat sich verstärkt und frustriert Kinder und Jugendliche.

Der Deutsche Bundesjugendring zieht aus diesen Ergebnissen folgende Konsequenzen: "Junge Menschen haben eigene Erfahrungen und Positionen mit und in unserer Gesellschaft. Diese Haltung einzunehmen, heißt junge Menschen nicht länger zu ignorieren, ihre Stimmen hörbar und ihre Ideen sichtbar zu machen. Erwachsene stehen in der Verantwortung, den jungen Menschen Räume zu schaffen und in den Dialog zu treten, um mit den jungen Menschen Jugend 2021 zu gestalten. Das setzt derzeit insbesondere die Bereitschaft von (politischen) Entscheidungsträger*innen voraus, ihre Haltung gegenüber der jungen Generation zu reflektieren, jungen Menschen zu vertrauen und Strukturen der Beteiligung zu schaffen.

  • Die erste JuCo-Studie gibt es hier.
  • Die Ergebnisse der zweiten JuCo-Studie finden sich hier.


Quelle: Deutscher Bundesjugendring (07.01.2021)

 

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