Ein Jahr Fridays for Future – Erste umfassende Studie veröffentlicht

09.09.2019

Der erste „Schulstreik für das Klima“ Greta Thunbergs am 20. August 2018 markierte den Startpunkt für eine globale Kampagne, die ein Jahr später als Fridays for Future Hunderttausende auf die Straße bringt. Zum Jahrestag haben Forscher/-innen des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung die erste umfassende Studie zur Bewegung in Deutschland vorgelegt.

Zum Jahrestag haben Forscher/-innen des Instituts für Protest-und Bewegungsforschung die erste umfassende, deutschsprachige Studie zur Bewegung „Fridays for Future. Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung in Deutschland“ vorgelegt.
Grundlage der Studie sind Ergebnisse von Erhebungen in Berlin und Bremen am 15. März 2019 im Rahmen einer europaweiten Befragung der globalen Klimademonstrationen.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie sind:

  • Die FFF-Proteste werden von jungen, gut gebildeten Menschen und stark von jungen Frauen getragen. Viele der demonstrierenden Jugendlichen, von denen sich die Mehrheit im linken Spektrum verortet, protestierten am 15. März zum ersten Mal.
  • Bei der Mobilisierung zum Protest waren direkte persönliche Kontakte mit Freund(inn)en und Bekannten noch wichtiger als digitale soziale Medien.
  • Die Demonstrierenden wollen die Politik unter Druck setzen, klimapolitische Versprechen einzulösen. Vor allem die jungen Demonstrierenden sind aber auch davon überzeugt, dass eine Veränderung der Lebensweise und des Konsums einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leistet.
  • Die Demonstrierenden sind keineswegs hoffnungslos, sondern vielmehr handlungsbereit, politisiert und zuversichtlich, dass ihr Protest Veränderungen hervorrufen kann.
  • Über die Hälfte der Schüler/-innen geben an, dass Greta Thunberg ihr Interesse am Klimawandel verstärkt hat.
  • Im europäischen Vergleich ist die Kampagne sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung der Teilnehmenden als auch in der Einschätzung von Lösungswegen heterogener als der gemeinsame Rahmen vermuten lässt.

Studie von Moritz Sommer, Dieter Rucht, Sebastian Haunss und Sabrina Zajak: Fridays for Future. Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung in Deutschland. (PDF 1,9 MB)

Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Protest-und Bewegungsforschung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Otto Brenner Stiftung vom 19.8.2019

 

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